B - Wurf

B - Wurf

Das Leben geht weiter

Ich glaube es ist soweit, mit diesen Worten eröffnete mir Rosi, dass es nicht wie eigentlich erwartet erst am Heilgen Abend Welpen geben sollte, sondern bereits schon in der Nacht vom Donnerstag, den 22.12.2005 auf Freitag, den 23.12.2005.

da hammer uns aber vertahn - So kann an sich täuschen

Freya ist schon ganz nervös und will unbedingt in unser Bett, was sie ja sonst nur macht wenn wir nicht drinnen liegen. Naja dann lassen wir es mal angehen, aber es bleibt bei der Nervosität, keine Wehen, nur nervös. Irgendwann kommen die Welpen ja. Auch am Freitag das selbe Bild Freya hechelt,legt sich, setzt sich, legt sich aber immer noch keine Spur von Wehen. Erst im Verlauf des Samstages setzen die Wehen ein.

Na siste da kimmt er jo - 1:0 für die Rüden

Endlich nach über 36 Stunden Wachphase ist es soweit, Freya beginnt mit dem pressen aber irgendwie will der Welpe nicht heraus kommen. Rosi kann ihn zwar schon sehen, aber irgendwie liegt er verdreht. Mich überkommt die Panik, schnell zum Telefon und unseren Doc Blendinger angerufen, der sich ja schon einen Tag vorher erkundigt hat was unsere Freya macht uns wie es ihr geht. Sicher hat sich schon moralisch darauf eingestellt, dass wir uns am Heiligen Abend bei ihm melden. Ich erreiche ihn und er meint, wenn er nicht von allein rauskommt muss ich ja wohl helfen. Ich wieder schnell zurück in das Wurfzimmer und... Rosi sitzt da und strahlt über das ganze Gesicht. Noch mal gutgegangen, ich hatte gerade das Wurfzimmer verlassen, als Freya mit einem letzten Druck den Kleinen heraus warf. Rosi erzählte mir, dass Sie den Welpen ganz vorsichtig gedreht hat, da ein Beinchen nicht richtig lag, anschließend presste Freya und der Welpe war geboren. Er lag in der Wirfkiste und wird von Freya fachgerecht ausgepackt und gesäubert. Uns bleibt wieder einmal nur das zusehen übrig. Ich rufe Doc Blendinger an und teile ihm kurz mit das alles klar gegangen ist, na prima, er muss nicht ausrücken und kann sich auf die Bescherung mit seinen Kindern vorbereiten. Als Freya den Welpen versorgt hat dürfen wir Ihn dann weiterbehandeln, wiegen, markieren und wieder zu Freya setzen, die sich schon ganz wohlwollend auf die Seite legt, damit der kleine Kerl an die Milchmaschine kann. Von wegen kleiner Kerl, ganze 520 g zeigt die Waage an, als wir unseren erster Rüden aus dem B-Wurf, welcher um 13:08 Uhr mit dem Kopf voran auf die Welt kam, auf die Waage legten.

Unentschieden ans zu ans - die Mädels gleichen aus

13:32 Uhr zeigte der Zeiger der Uhr im Welpenzimmer, als der zweite Welpe nach einer relativ kurzen kurzen Zeit das Licht der Welt erblickte - naja mit dem erblicken wird es ja doch noch einige Tage dauern. Ein kleines Hundemädchen lag in der Wurfkiste und wurde sofort von ihrer Mama versorgt und wir staunten wieder aufs neue, wie toll das klappte. Klein ist ja auch nicht gerade der richtige Ausdruck für unsere erste Hündin aus diesem Wurf, stramme 510 g zeigt unsere Babywaage an.

 Die Bube gehn widder in Führung - 2:1 für die Rüden

19 Minuten hat Freya sich Zeit gelassen bis sie um 13:51 Uhr widerum einen kleinen Rüden warf. Aus unserer Sicht ging es wieder recht einfach, wir merkten nur das Freya etwas preßte und im nächsten Augenblick hörten wir schon die schmatzenden Geräusche, die wir vorher schon zweimal wahrgenommen hatten. Sie packte den Kleinen aus, biß die Nabelschnur durch und machte sich über die Nachgeburt her. Dies ging alles so schnell, das Rosi nicht einmal sehen konnte wie der Kleine auf die Welt gekommen ist.

ach du Sch..... - Es kann nicht immer alles nur gut laufen

Wir waren voller guter Hoffnung als Freya um 14:15 Uhr wieder presste und sich ihrem Hinterteil zuwendete und wir sahen, dass ein Welpen fiel. Aber zu unserer Überraschung machte sich Freya nicht über den Welpen her um ihn, wie wir es von ihr gewohnt sind, zu befreien und zu säubern, nein sie begann sofort mit der Reinigung Ihres Felles und der Wurfkiste und ließ den geborenen Welpen links liegen. Mir stockte der Atem, was ist mit dem Welpen, der Blick den ich von Rosi erhielt, welche sich den Welpen sofort griff als Freya keine Anstalten machen wollte ihn zu reinigen, sagte mir mehr als tausend Worte. Der Welpe war tot. Der Geruch, der entströmte als Rosi die Fruchthülle aufriss und versuchte die kleine Hündin doch noch zu animieren, sagte mir das hier alle Hoffnung vergebens war. Es wäre ein so schöne Tag geworden, aber dieses kleine Mädchen drückte unsere Stimmung gewaltig. Rosi versuchte noch alles um dem Welpen Leben einzuhauchen, aber es war sinnlos. Uns blieb nicht anderes übrig als den kleinen Körper zu wiegen und konnten dabei feststellen, das auch diese Hündin sehr gut entwickelt war, vielleicht zu gut, die Waage zeigt 570 g an.

Mann, Mann was werd nur wern - Wie geht es weiter

Die Minuten verrannen und nichts wollte sich tun. Freya machte kaum Versuche zu pressen und wir schauten uns hilflos an. Sollte da vielleicht etwas ganz schief laufen. Das war wohl so das, an was jeder von uns dachte als sich bei Freya nichts mehr tat. Die Stimmung war angespannt, man hätte eine Stecknadel im Zimmer fallen hören können.

Unser Augen waren voller Hoffnugn auf Freya gerichtet, als diese um 14:55 dann doch wieder presste und ein kleiner Welpe das Tageslicht erblickte. Ihr könnte Euch vorstellen wie gespannt wir waren, bleibt der Kleine wieder ungeachtet liegen oder. Gott sei Dank, Freya bemühte sich um den Welpen. Ein gutes Zeichen, unsere Hoffnung nahmen wieder zu und ein Lächeln lief über Rosis Gesicht, als sie mir verkündete, das ich den roten Stift nehmen soll, da die Mädels nun ausgeglichen hatte. Es war im Vergleich zu den bis dahin geworfenen Welpen ein Leichtgewicht, “nur” 470 Gramm zeigt uns die Waage, aber als wir sahen, wie zielstrebig diese kleine Hündin der Milchtheke zustrebte, waren wir uns einig, dass sie diese paar Gramm wohl bald aufgeholt haben würde.

jetzt ziehe die Mädscher uf un devon - 2:3 für die Mädels

Die Zeit wurde uns ewig lang, 16:12 Uhr war es, als nach dieser für uns immens langen Wartezeit, der nächste Welpe problemlos fiel. Es war wiederum ein Mädel welche Freya genau wie die anderen vorher, vorbildlich versorgte. Auch diese Kleine ist gut gebaut und die Anzeige der Waage zeigte 500 g. Unsere Stimmung stieg wieder an, so konnte es weitergehen, Alles schöne kräftige und stramme Welpen, die mit einer unbändigen Energie an die Milchmaschine stürmten um ihre Mutter leer zu saufen.

Ei jetzt kimmt es aber knüppeldick - Es ist leider nicht zu ändern

Wieder wurde die Zeit lange, erst passierte gar nichts, Freya legte sich auf die Seite und ließ die Welpen säugen, dann ein kleines pressen und wieder Pause, sie läßt sich Zeit und wird etwas Kraft tanken, dies war unser erster Gedanke. Nachdem aber auch nach einem kurzen Spaziergang in unserem Garten sich immer noch nichts tat, wurden wir unruhig. Kurz darauf  begann Freya wieder mit dem Pressen aber es tat sich nichts, sie strengte sich an, aber es tat sich nichts. Ein Anruf bei unserem Doc Blendinger brachte auch keine nähere Erkenntnis, er sei zwar zur Zeit bei der Bescherung mit seinen Kindern, aber wir sollten uns doch schnellstens mit Freya auf den Weg in die Praxis machen. Keine drei Minuten später waren wir und auch er dort. Er machte sofort eine Röntgenaufnahme um abzuklären was los ist. Das Ergebnis ließ eigentlich nur darauf schließen, dass ein riesiger Welpe im Geburtskanal lag und zwar eigentlich richtig herum und auch nicht quer und dahinter lag noch ein weiterer Welpe. Der sofort durchgeführte Ultraschall ergab, das für den ersten Welpen keinerlei Hoffnung mehr bestehen würde und leider alle Hofnung umsonst war. Es war nicht das geringste Herzsignal zu orten. Bei dem zweiten Welpen der dahinter lag, machte uns Doc Blendinger auch keine große Hoffnung, er konnte zwar noch ein ganz leichtes, dünne Signal orten, aber versprechen wollte er uns nichts. Wir waren niedergeschlagen, was nun, wird der Doc Freya aufschneiden müssen, was wird mit den Welpen, bekommen die dann noch genug Milch, oder was ist sonst noch zu tun? Frage über Frage tat sich uns auf. Wir versuchen zuerst auf natürliche Weise die Geburt des großen Welpen zu erreichen, waren die Worte unseres Doc, das gab uns wieder etwas Hoffnung. Hoffnung das unserer Freya ein Eingriff erspart bleiben könnte. Nachdem Freya dann eine Kanüle gesetzt und ein Wehenmittel verabreicht bekam, begann sie kurz darauf mit einem verstärkten Pressen, aber ohne die Unterstützung des Doc wäre der Welpe wohl nicht allein gekommen. Doc Blendinger schob von außen, drückte in den Wehenpausen den Welpen leicht nach oben, zog von hinten und tatsächlich es gelang ihm den großen Welpen zu holen. Er war schon länger Tot, das Gewicht lag bei unglaublichen 750 g. Freya hatte wohl nicht mehr die Kraft diesen großen Welpen zu gebären und der Welpe hatte wohl auch nicht die Kraft sie dabei zu unterstützen. Auch der zweite Welpe der kurz danach auf natürlich Weise von Freya ausgepresst wurde lebte leider nicht mehr und alle Reanimierungsversuche von Doc Blendinger scheiterten.

Ein Tag der so schön begonnen hatte, neigte sich traurig dem Ende entgegen.

Wir sind froh und glücklich, dass unsere Freya dies alles so gut überstanden hat und hoffen das die fünf Welpen welche Sie geworfen hat uns von dem Erlebten ablenken werden. Wir haben zu Hause natürlich noch viel gegrübelt, warum, wieso, weshalb, aber dies ist eine müßige Angelegenheit und wir sehen auf die fünf Welpen in der Wurfkiste und richten unsere Blicke nach vorne.

Wir möchten es nicht versäumen an dieser Stelle unserem Doc Blendiger dafür zu danken, was er für unsere Freya getan hat und natürlich auch für seinen aufwendigen Einsatz am Heiligen Abend. Wir sind froh das unsere Hunde von solch einem guten Arzt betreut werden und wir wissen, das wir den genau den richtigen Arzt für unsere Hunde ausgewählt haben.

Da hammer aber all verkehrt gerode - Irren ist menschlich

Im Vorfeld der Geburt sind wir alle von einem recht großen Wurf ausgegangen, nachdem unsere Freya von Tag zu Tag rundlicher und fülliger wurde. Alle die unsere Freya bei der Trächtigkeit mit dem A Wurf gesehen haben, tippten auf einen großen Wurf jenseits von 10. Nachdem wir nun die Gewissheit haben, dass alle Welpen aus Freya heraus sind und das gesamte Gewicht aller Welpen bei rund viereinhalb kg lag wundert es uns nicht das sie so kugelrund und dick war. Es tut uns leid für die drei Familien welche die Hoffnung hatten einen Welpen aus unserem B Wurf erhalten zu können. Sorry, aber so ist das Leben nun einmal.